Donnerstag, 9. Juni 2016

Japanreise Tag Elf: Müllkönigin

2015-08-24

Der heutige Eintrag handelt von Müllhalden, Essstäbchen und dem Gefühl, als Kunde wirklich König zu sein.
An und für sich sollte heute ein unspektakulärer Tag werden. Wir verlassen Hakone und reisen weiter nach Kyoto. Mehr gäbe es eigentlich nicht zu erzählen. Wäre da nicht diese eine Sache passiert...

Gestern haben wir, wie ich erzählte, den Abend schön ausklingen lassen bei Alkohol und Chips. Nun haben wir diese Angewohnheit Chips mit Stäbchen zu essen. Also packte ich meine frisch in Tokyo gekauften Gudetama Essstäbchen aus. Dummerweise landeten diese allerdings samt Chipstüte am nächsten Morgen im Müll (mein Fehler). Doch so was merkt ja nicht immer sofort.
Wir sind also vor dem Frühstück noch ein letztes Mal in den Onsen gegangen.  In der Zeit wurde der Müll vom Zimmer bereits eingesammelt (und die Futons weg gepackt). Nach dem sehr feinem japanischen Frühstück ging es für uns ans Packen und da merkte ich es! Meine Stäbchen waren weg! Bewaffnet mit dem Google Übersetzer bin ich also zum Personal gestürmt und habe versucht zu erklären, dass ich aus versehen meine Essstäbchen weggeworfen habe. Die gute Frau verstand mich leider nicht und nachdem sie mir Einweg-Stäbchen und einen Müllbeutel angeboten hatte konnte ich Google endlich die richtigen Worte entlocken. Also ging es zum Kollegen, der sofort eifrig anfing den aktuellen Müll zu durchsuchen. Ich machte verständlich, dass es sich um den Müll vom vor dem Frühstück handelte. Jetzt wurde es spannend. 
Nächste Station war die Rezeption,  von wo aus ein Telefonat getätigt wurde. Da ahnte ich noch nicht, was mich als nächstes erwarten sollte. Mir wurde also die Information gegeben, dass der Müll bereits abgeholt worden war. Nun gut, damit musste ich mich wohl abfinden. Schade um die Stäbchen. Und während ich das noch so dachte, schnappte mich einer der Angestellten (die fünfte Person mittlerweile, die ich da mit hineingezogen habe) und steckte mich - ich noch in Hausschuhen - ins Auto.
Ahnt ihr, was jetzt kommt?
Richtig, wir sind einfach mal eben schnell zur Mülldeponie gefahren! 
Dort angekommen wurde kurz die Situation erklärt und einer der Müllmänner führte mich zur Abkippstelle, wo die Müllabfuhr entladen wird. Leider war das allerdings ein metertiefes Loch. Ein Kranhaken war gerade dabei einen großen Haufen Müllsäcke zu greifen und zur Verbrennungsanlage zu überführen... unmöglich, da noch etwas zu bergen...
Nach diesem bizarren Anblick und all der Aufregung ging es zurück ins Hotel. Dort wartete die Chefin bereits auf uns. Aller spätestens jetzt wäre in Deutschland die ganze Sache beendet. Nicht aber in Japan. Vorbei an meinen wartenden Freunden ging es in den benachbarten Souvenirshop (der extra für uns früher öffnete) und die Chefin bestand darauf, dass ich mir ein neues Paar Stäbchen auswähle. Sie entschuldigte sich auch dafür, dass ihr Personal so schnell sei und deswegen der Müll schon weg war.
Ich habe mich selten so unwohl in meiner Haut gefühlt.
Nach einigem Hin und Her, ob das denn wirklich in Ordnung sei, entschied ich mich für ein hübsches Paar Essstäbchen und damit fand dieses skurrile Abenteuer sein Ende. 

So viel also zu unserem Ausflug nach Hakone.  Der Rest des Tages bestand aus Bus und Bahn fahren. Nächste Station: Kyoto! 

Ein paar Eindrücke von unserer Weiterreise möchte ich euch aber trotzdem nicht verwehren:
Ein letztes Mal traditionelles Frühstück in Hakone
Voll bepackt ging es mit dem Shinkansen nach Kyoto.
Im Kyotoer Hostel spielen die einen, während die anderen fleißig den nächsten Tag planen.
Ein abendlicher Rundgang führte uns zum Kyoto Tower...
... inklusive Oktoberfest-Werbung (^__~)*


Ja, mata ne!

☆ Melon Pan ☆

Dienstag, 7. Juni 2016

Japanreise Tag Zehn: Hakone

2015-08-23

Der ursprüngliche Plan sah für heute das Erklimmen des Fuji vor. Nach einigen Diskussionen mussten wir uns allerdings eingestehen, dass das zeitlich keine Option war. Wir hätten ca. 3 Stunden benötigt um überhaupt auf Station 5 der Bergsteiger-Route zu kommen. Von da aus wären es noch einmal 4-6 Stunden zum Gipfel gewesen und das alles auch an gleichen Tag zurück zu schaffen - keine Chance. Auf Stress hatten wir im Urlaub keine Lust ☆⌒(ゝ。∂)
Also entschieden wir uns um und haben Hakone selbst unsicher gemacht. Das war die beste Entscheidung, denn es war sehr schön an dem großen, von Bergen umgebenen See!

Panorama über den See, Blick nahe Mesners Hotel. Mitte links sieht man das kleine rote Torii des Hakone Schreins.

Nach dem ausführlichen japanischem Frühstück ging es zu Fuß gen Hakone Schrein, den ich am Vorabend ja bereits vom Onsen aus ein wenig bewundert hatte.

links: Eingang den Berg hoch zum Schrein
rechts: Innenhof Hakone Schrein

Wir hatten sogar das Glück einem japanisches Brautpaar im Kimono zu begegnen. Sei sahen wirklich wundervoll aus (*~*)
junges japanisches Brautpaar
Der Schrein befindet sich leicht erhöht an einem Berghang, wo hingegen eines der zugehörigen Tori am bzw. im Flussufer des Ashino Sees steht.
oben: Brunnen im Hakone Schrein
unten: Wasser-Torii vom Schiff aus fotografiert
links: Wasser-Torii vom Land aus gesehen
rechts: Mönchs-Statue im Garten hinter dem Schrein
unten: Wanderweg
Von dem Tor aus ging es, einem schönen Steinweg folgend, am See entlang zur Seilbahn in Komagate. Die Idee war, mit der Bahn zum Gipfel zu fahren und von dort einen Wanderweg zurück ins Tal zu nehmen. Doch hier machte uns das Wetter und (vermutlich) eine erhöhte Aktivität des Owakudani Vulkans einen Strich durch die Rechnung. Alle Wege waren gesperrt.
Oben angekommen genossen wir den Nebel. Von Aussicht kann man leider nicht sprechen. Wie im klassischen Gruselfilm wurde der Nebel extrem schnell immer dichter, sodass wir den auf dem Gipfel befindlichen Schrein nach kürzester Zeit nur noch erahnen konnten. Von den umliegenden Bergen, unter denen sich theoretisch auch der Fuji befindet, war absolut nichts zu sehen. Aber irgendwie hatte das auch etwas Faszinierendes an sich...

oben: Panorama vom Berg aus über den Ashino See
unten: Berg-Schrein (im Nebel)
oben: Teil des Berg-Schreins (im Nebel)
unten: kleine Steinpyramiden
Nachdem wir also einmal um den Gipfel gelaufen sind ging es mit der Seilbahn zurück ins Tal und weiter den Steinpfad am See entlang bis zu einer Anlegestelle von wo aus witzige Piratenschiffe ablegten und Fahrten über den See anboten.
oben: der Weg zum Schiff
unten: ARRRRR!!!

Wir als erschöpfte Touristen nahmen das natürlich wahr und so ging es gegen 17:00 (wir hatten super Glück, das war nämlich die letzte Überfahrt an dem Tag) zurück ins Ryokan, wo das heiße Bad auf uns wartete. Und nach all dem Regen war das mehr als willkommen! Dieses Mal konnte man vom Freibad aus beobachten, wie die Wolken förmlich vom Himmel die Berge runter rollten und sich dicht über dem See sammelten. Das war ein wunderschönes Naturschauspiel. (o´▽`o)
Nach dem japanischem Abendbrot stießen wir noch auf meinen Geburtstag an und ließen diesen schönen, wenn auch verregneten, Tag ausklingen.
(* ̄▽ ̄)旦 且(´∀`*)
Unser Abendbrot und die beste Oba-chan überhaupt!
Soviel also zu unserem Wanderausflug in Hakone. Besonders der gesellige Abend sollte am nächsten Tag noch für viel Wirbel sorgen! Aber dazu gibt es mehr im nächsten Eintrag.

Ja, mata ne!

☆ Melon Pan ☆

Montag, 22. Februar 2016

Rezept: Japanische Fondue "Shabu Shabu"

Hallo ihr Lieben.

Ein klein wenig Japan zu sich nach Hause zu holen ist, meiner Meinung nach, besonders einfach beim Kochen. Dank Asialäden und Online-Shops bekommt man heutzutage eigentlich so gut wie alle Zutaten und viele YouTube-Videos oder Blogs geben Tipps und Ideen für die Zubereitung japanischer Speisen. Wenn man das Ganze dann auch noch gemeinsam mit Freunden genießen kann, wird es besonders lecker!

Deswegen möchte ich euch "Shabu Shabu" vorstellen. Dabei handelt es sich um ein japanisches Fondue, nur ohne brodelndes Fett. Stattdessen wird gemeinsam ein Süppchen am Tisch gekocht. Fleisch (vorzugsweise Rindfleisch) und Gemüse wird je nach Bedarf und Garwunsch in das kochende Wasser gehalten und mit verschiedenen Dips gegessen. Dazu gibt es Glas- oder Udon Nudeln. Der Sud erhält mit der Zeit immer mehr Geschmack und kann zum Schluss als fertige Suppe oder noch verfeinert mit Reis genossen werden. 

Das Rezept, welches wir verendet haben, ist stark an das Rezept von "Cooking with Dog" angelehnt und wurde von allen als sehr lecker befunden. Besonders der Sesam-Dip fürs Gemüse ist super! Allerdings haben wir nicht alle Zutaten bekommen, deswegen wurde beim Gemüse etwas improvisiert und variiert ☆⌒(ゝ。∂)

Was ihr benötigt (für ca. sechs Personen):

Für den Eintopf:
  • 1,0 kg Rindfleisch (Entrecôte, am besten gleich beim Fleischer in hauchdünne Scheiben schneiden lassen)
  • Shimeji Pilze
  • Enoki Pilze
  • Chinakohl
  • 1 Bund Lauchzwiebeln/Frühlingszwiebeln
  • 3 Hand voll frischer Blattspinat
  • 2 Möhren 
  • Kombu (getrockneter Seetang - 25 g getrocknet am Stück oder 6 g als Instant-Pulver)
typisch wären auch noch: 
  • Shiitake Pilze
  • Tofu
  •  Porree
  •  essbare Chrysanthemenblätter
Für die Dips:
Dip für das Gemüse:
  •     3 Knoblauchzehen
  •     18 TL Sesampaste (Tahina)
  •     6 TL Soja Sauce
  •     16 TL von dem Kombu-Sud
  •     6 TL (Reis-) Essig
  •     6 TL Zucker
 Dip für das Fleisch:
  •     6 TL Limettensaft
  •     6 TL Soja Sauce
  •     500 - 600 g geriebener (Daikon-) Rettich
  •     1 Hand voll Lauchzwiebel-Ringe
Als Beilage:
  • Glasnudeln
  • Udon Nudeln
  • Reis
Zubereitung:
Für die Brühe das Kombu Instant-Pulver in 1,5 l kochendem Wasser lösen oder 25 g getrockneten Kombu für 30 Minuten einweichen und danach in 1,5 l Wasser mit einer Prise Salz und 50 ml Sake für 20 Minuten köcheln.
Während dessen das Gemüse klein schneiden: den Chinakohl in Streifen, die Frühlingszwiebeln teils in feine Ringe, teils in 5 cm Stücke, die Möhren in dünne Scheiben. Den Blattspinat waschen und welke Blätter aussortieren. Den Rettich fein reiben. Knoblauch schälen und mit einer Knoblauchpresse klein quetschen oder mit dem Messer fein hacken. Die Pilze portionsweise auseinander ziehen. Alles ansprechend auf Tellern oder Platten anrichten.
Für die Dips die jeweiligen Zutaten mischen und die Dips in jeweils 6 (Reis-) Schalen aufteilen.
Wenn alles soweit vorbereitet ist wird es spannend (o´▽`o)
Wenn ihr mit getrocknetem Kombu arbeitet nehmt ihr diesen aus der Brühe heraus. Ansonsten einfach die fertige Brühe im Kochtopf auf eine tragbare Herdplatte (Camping-Gasbrenner) auf den Tisch stellen. Alle Zutaten und jedem Gast jeweils die zwei Dipschalen sowie einen kleinen Teller bereit stellen. 
Und los gehts!
Jeder kocht nach Belieben das Fleisch und Gemüse im Kombu-Süppchen. Herausnehmen, kurz durch die passenden Dips ziehen und genießen.

Mit der Zeit wird der Sud kräftiger vom Geschmack. Notfalls muss ein wenig Wasser nachgegossen werden. 
Wenn alles Fleisch und Gemüse aufgebraucht sind (oder man einfach keine Lust mehr hat XD) kann man in dem kräftigen Sud noch gedämpften Reis mit kochen und Eier rein schlagen. Das ganze nimmt dann den leckeren Geschmack der Suppe an (allerdings muss ich gestehen, dass wir dafür einfach schon zu satt waren und es nicht selbst probiert haben... ( ̄▽ ̄*)ゞ )

In diesem Sinne~~
Itadakimasu!

☆ Melon Pan ☆


PS: Das Gericht hat seinen Ursprung in dem Gericht shuàn yáng ròu (chinesisch 涮羊肉 ‚kurz heiß gebratenes Schafsfleisch‘) aus dem 13. Jahrhundert als Methode für Kublai Khan, seine Soldaten effizient zu ernähren. Im Gegensatz zu moderneren Zubereitungen, bei denen jede Person in einem eigenen Topf kocht, versammelten sich die Truppen Kublai Khans um einen großen Topf und kochten zusammen. Dünn geschnittenes Fleisch wurde wegen seiner kurzen Kochzeit verwendet, was eine effektive Nutzung des wertvollen Brennstoffes erlaubte.
Shabu shabu wurde in Japan etwa 1948 erstmals in einem Restaurant in Kyōto angeboten und erhielt seinen Namen durch ein Restaurant in Ōsaka. Das Gericht verbreitete sich rasch in ganz Asien und ist heute auch in westlichen Ländern bekannt. Zusammen mit Sukiyaki ist Shabu shabu ein häufiges Gericht an Tourismus-Schwerpunkten, besonders in Tokio, aber auch in japanischen Wohngegenden in westlichen Ländern. Shabu-shabu-Restaurants besitzen oft eine Art Bar, an der für jeden Gast ein eigenes, in die Bar eingelassenes, beheiztes Gefäß mit kochender Brühe vorhanden ist, in die die Zutaten mit Stäbchen hineingelegt und herausgenommen werden.
(Wikipedia, 31.01.2016)

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Rezept: Japanischer Weihnachtskuchen - Japanese Christmas Cake

Hallo ihr Lieben,

heute möchten wir euch ein Rezept vorstellen, dass besonders zur Weihnachtszeit sehr beliebt in Japan ist: Japanischer Weihnachtskuchen - Japanese Christmas Cake mit Erdbeeren.
Man kann diesen Kuchen besonders in Tokyo fast an jeder Ecke für (nicht wenig) Geld kaufen. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Biskuit-Sahnetorte, gefüllt und dekoriert mit perfekt geformten roten Erdbeeren. 


Rezept

(angelehnt an das Rezept von "Cooking with Dog", einem YouTube Kanal, der viele japanische Rezepte präsentiert)

Zutaten:
- Biskuit Teig -
  • 150 g Ei (ca 3 Eier Größe M)
  • 100 g Zucker
  • 90 g Mehl
  • 15 g ungesalzene Butter
  • 1 EL Milch
- Sirup -
  • 2 EL Zucker
  • 3 EL heißes Wasser
  • 1 EL Kirschwasser
- Dekor -
  • 400 ml Schlagsahne (meine hatte einen Fettgehalt von 32%, im Originalrezept waren sogar 35% angegeben.)
  • 3 EL Zucker
  • 450g Erdbeeren
  • Puderzucker
- Sonstiges -
  • Backpapier
  • Backform (18 cm Durchmesser)
  • Teigschaber/Palettenmesser
  • Spritzbeutel mit großer Stern-Spritztülle 
Zubereitung

Der Teig:

Um einen schönen Biskuit Teig herzustellen braucht man vor allem eines: Geduld
  1. Heizt den Backofen auf 160°C Ober-Unterhitze vor und legt die Backform mit Backpapier am Boden und den Rändern aus.
  2. Mixt die Eier mit dem Zucker in einer Metallschüssel und erwärmt das Gemisch vorsichtig über einem Wasserbad unter ständigem Rühren, bis sich alle Zuckerkristalle gelöst haben (Fingerreibeprobe: wenn ihr keine Kristalle mehr beim Reiben zwischen den Finger merkt ist aller Zucker gelöst).
  3. Die Butter mit der Milch in einer kleine Schüssel in dem Wasserbad schmelzen.
  4. Schlagt danach die Eimasse für ca 8 - 10 Minuten in der Küchenmaschine (oder mit dem Handrührgerät) dick-cremig auf, bis sich das Volumen verdreifacht hat. (Die Konsistenz ist perfekt, wenn die Masse langsam vom Rührbesen läuft und nicht sofort wieder verschmilzt.)
  5. Das Mehl über die Eimasse sieben und mit der Hand in ca 30 Rührbewegungen vorsichtig unterheben.
  6. Das geschmolzene Butter-Milch-Gemisch zugeben und mit weiteren 50 Schlägen vorsichtig unterheben.
  7. Alles in die Backform füllen, zwei mal kräftig auf die Arbeitsplatte "fallen" lassen, um große Luftblasen zu entfernen und ab in den Ofen damit!
  

Nach 25 Minuten sollte der Teig fertig sein, macht aber auf alle Fälle eine Stäbchenprobe, bevor ihr ihn herausnehmt. 
Lasst die Form wieder zwei Mal auf die Arbeitsplatte fallen, dadurch sackt der Teig zwar etwas zusammen, verzieht sich aber beim Auskühlen nicht.
Deckt die Form mit Backpapier ab und lasst sie Kopfüber auf einem Rost auskühlen. (Wenn der Kuchen in der Form auskühlt bleibt er saftiger.)

Der Kuchen:
  1. Stellt den Sirup zum Tränken des Teiges her indem ihr den Zucker im heißen Wasser löst und nach dem auskühlen das Kirschwasser zugebt.
  2. Während alles auskühlt könnt ihr die Erdbeeren waschen und entstielen. Sucht die 8 schönsten heraus für die Deko, die restlichen schneidet ihr in ca 1 cm dicke Scheiben.
  3. Holt den ausgekühlten Teig aus der Backform, entfernt das Backpapier und stellt ihn kurz (ca 10 Minuten) in den Gefrierschrank. (Dadurch lässt er sich einfacher teilen und krümelt nicht so sehr.) 
  4. Teilt den Biskuit in der Mitte und legt die obere Hälfte zur Seite. Beträufelt beide Hälften mit dem Kirschwasser-Sirup.
  5. Schlagt die Sahne mit dem Zucker steif. (Nehmt am besten erst nur 200 g Sahne und 1,5 EL Zucker. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass zu viele Sahne auf einmal sehr schlecht steif wird. Achtet auch darauf, dass die Sahne direkt aus dem Kühlschrank kommt!)
  6. Tragt eine dicke Schicht Sahne auf das Unterteil des Biskuit auf und verteilt die Erdbeerscheiben.
  7. Deckt die Erdbeeren mit einer zweiten großzügigen Schicht Sahen zu und legt das Oberteil darauf.
  8. Verteilt einen Großteil der restlichen Sahne auf dem Kuchen und kleidet ihn vollständig ein.
  9. Die restliche Sahne füllt ihr in den Spritzbeutel und verziert den Rand. Acht Tupfen kommen in den Innenkreis, wo ihr die Erdbeeren darauf platziert.
  10. Alles noch schön mit Puderzucker bestreuen und fertig ist eure japanische Weihnachtstorte!  




Ehrlich gesagt wusste ich bis vor kurzem noch nicht, was diese Torte gerade zur Weihnachtszeit für Japaner so besonders macht, da man sie eigentlich auch sonst übers Jahr kaufen kann, nur eben nicht weihnachtlich dekoriert. Aber nach einiger Recherche bin ich auf des Rätsel Lösung gestoßen. Das möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten!
Es gibt tatsächlich einen wissenschaftlichen Artikel über die "Tradition" des japanischen Weihnachtskuchen, veröffentlicht im Jahre 2001 in The Journal of Popular Culture (1). Um ein wenig aus zu schweifen: Prinzipiell wird in Japan kein Weihnachten gefeiert so wie wir es kennen. Trotz der (wenig erfolgreichen) Bemühungen im 16ten Jahrhundert zur Missionierung Japans gewann das "Weihnachtfest" besonders in der Nachkriegszeit während des wirtschaftlichen Aufschwungs von Japan Bedeutung. Es steht in Japan vor allem für Wohlstand und kam dem amerikanischen Vorbild für Reichtum durch all den Glitzer und die Kommerzialisierung am nächsten. Das die Religion dabei auf der Strecke geblieben ist, stört dabei niemanden. Weihnachten selbst ist ein Tag für Pärchen, den man gern romantisch zu zweit verbringt. Witzigerweise gibt es auch darüber einen sehr interessanten Artikel von 1963 in The Journal of American Folklore (2).
Nun aber zurück zum Kuchen! Die Zutaten waren nach dem zweiten Weltkrieg teils eher Mangelware und somit ein Luxusprodukt. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung wurden sie allerdings auch zugänglich für die Mittelschicht, sodass der Kuchen selbst zu einem Symbol von Wohlstand wurde. Doch auch die Form und Farben selbst sind nicht wahllos gewählt. Rot und weiß symbolisieren die japanische Flagge und weiße runde Formen werden mit Schreinen assoziiert.

So ist dieser Kuchen also zu einem Symbol des japanischen Weihnachtsfestes geworden.

In diesem Sinne~~

Frohe Weihnachten!

☆ Melon Pan ☆






(1) Konagaya, H. (2001), The Christmas Cake: A Japanese Tradition of American Prosperity. The Journal of Popular Culture, 34: 121–136. doi: 10.1111/j.0022-3840.2001.3404_121.x

(2) Plath, D. W.. (1963). The Japanese Popular Christmas: Coping with Modernity. The Journal of American Folklore, 76(302), 309–317. http://doi.org/10.2307/537927

(Faszinierend auf was man so alles stößt im Internet. Würde mich mal interessieren, wie die Artikel dazu für Deutschland aussehen...)  

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Handmade: Kikis kleine Weihnachtskerze

Hohoho ihr Lieben,

langsam vernimmt man leise das zarte Glöckchenklingeln der Rentiere. Es ist an der Zeit, den Stress des Alltags hinter sich zu lassen, um im Kreise der Lieben zu feiern und - oh, Moment! Die Lieben sollen natürlich beschenkt werden, aber welches Geschenk ist das Beste? Einzigartig sollte es sein und natürlich auch handgemacht.

Gegen eine vorweihnachtliche Panikattacke hat die gute Santa Soda etwas: eine verzierte Kerze!
Noch besser: eine kleine Katzenkerze. Und welche Katze könnte sich als Model dafür besser eignen als Jiji, Kikis kleine Katze aus dem Ghibli-Film "Kikis kleiner Lieferservice". Miauz, genau.

Genug der Worte, jetzt wird gebastelt!

Was braucht Ihr?


  • Kerzen
  • Verzierwachsplatten (Idee, Müller, Internet oder gerade bei Rossmann für 4,99 Euro)
  • Messer oder Cutter
  • Modellierwerkzeuge
  • eine dicke Unterlage (hier: Holzbrettchen)
  • ein Motiv

Zeitaufwand:

  • max. 1 Stunde, je nach Motivwahl

Here we go!


1. Schritt: Motiv auswählen!
Lang lebe das Internet und die Endlosigkeit eurer Fantasie. Sucht oder zeichnet einfach das, was der beschenkten Person Freude bringt. Eure Vorlage sollte auf einem Blatt Papier gedruckt oder gezeichnet werden, denn so könnt ihr es einfach ausschneiden. Hier seht ihr die kleine Jiji, die bereits auf ihre große Stunde wartet.

2. Schritt: Wachs, Wachs, überall Wachs!
Das ausgeschnittene Motiv legt ihr einfach auf die Wachsplatte eurer Wahl und schneidet anschließend mit einem scharfen Gegenstand am Rand des Motivs entlang.
Anschließend nehmt ihr wieder eure Vorlage und schneidet die kleineren Teile, wie Augen und Ohren aus. 

3. Schritt: Make it hot!
Das Wachs wird unter eurer Handwärme weich wie Butter in der Sonne, also müsst ihr vorsichtig arbeiten. Zugleich ist dies jedoch auch ein Vorteil, da ihr Kugeln formen könnt und der warme Wachs besser an der Kerze hält. Die Einzelteile werden in diesem Schritt also an die Kerze "gerieben".
Tipp: bei harten oder gezackten Enden, die runder erscheinen sollen, nehmt ihr eure Modellierwerkzeuge und glättet damit die Ecken. Verschmutzungen können später entfernt werden, wenn ihr mit einem Werkzeug leicht darüber schabt.

4. Schritt: Dekogedöns
Eure Kerze könnt ihr nun auf einen Teller oder in eine Schale stellen und verzieren.
Fertig ist das Weihnachtsgeschenk :-)


Einfach jetzt auf einen Teller und schwupps, habt ihr ein originelles Geschenk :-)

 Frohe Weihnachten wünscht euch schon einmal Melon Soda  :-)

Hat sich in Schale geworfen, nur für euch: Lemon <3





Mittwoch, 9. Dezember 2015

Review: Axentwear Cat Ear Headphones

Hallo~ho ihr Lieben ♡

Heute möchte ich euch kurz meine ersten Eindrücke zu den Axentwear Katzenöhrchen Kopfhörern mitteilen. Sie kommen zwar nicht direkt aus Japan sondern werden von Brookstone aus Amerika vertrieben und in China hergestellt, aber nichts desto trotz erinnert ihr Design sehr stark an Japan und wurden auch von einer Liebhaberin der japanischen Popkultur designt.
Nach einem Jahr Wartezeit konnte ich sie nun diese Woche endlich mein Eigen nennen! Erster Eindruck: super niedlich cool! (☆▽☆)

Die Verpackung ist in dem gewohnt verträumten Stil von Yuumei gestaltet und kommt mit einer extra Karte mit hübschen Axentwear Artwork. Die Kopfhörer selbst sind in einer schwarzen stabilen Tragebox aufbewahrt.

Sie sind angenehm gepolstert und sehr flexibel einstellbar (was teilweise echt nerven kann, wenn man noch mit den Kabeln kämpft und ständig die Ohrenschalen weg klappen und man nicht weiß, wo man sie am besten anfasst...). Auch wenn ich sie nur kurz getragen habe kann ich mir gut vorstellen, dass sie auch nach ein paar Stunden nicht drücken. Allerdings sind sie recht schwer, wodurch ruckartige Kopfbewegungen gern dazu führen, dass sie rutschen.

Das Design der Kopfhörer ist wirklich fetzig und wird durch die LED Lichter klasse betont. Das Blau leuchtet auch bei normaler Beleuchtung stark genug um gut sichtbar zu sein. Es stehen noch die Farben grün, violett und rot zur Auswahl. Leider kann ich nicht beurteilen, wie deren Leuchtkraft ist, aber soweit ich gehört habe scheinen sie, bis auf rot welches stark orange leuchtet, ebenfalls sehr schön zu sein. 
Die Katzenröhrchen sind Lautsprecher und können über Schalter an den Ohrschalen zugeschaltet und von der Lautstärke angepasst werden. Sehr laut sollte man sie allerdings nicht stellen, da sonst der Sound blechern klingt. 


Es werden drei Kabel mitgeliefert. Ein USB-Ladekabel, welches in meinem Fall wirklich schwer anzuschließen geht und noch schwieriger wieder entfernt werden kann. Leider gibt es auch keinen Steckdosenadapter, aber das hat zum Glück ja fast jeder Dank der Handybranche zu Hause. Die Kopfhörer funktionieren nicht über Bluetooth oder Funk. Davon wurde aus Gewichts- und technischen Gründen Abstand genommen. Dafür wird ein Klinkensteckerkabel mitgeliefert. Als Extra wurde uns während der Indigogo Kampagne ein Gamer PC Mikrofon versprochen. Nun ja, dieses liegt den Kopfhörern auch bei, aber es ist alles andere als ausgereift. Um es am PC nutzen zu können wird ein zusätzlicher Adapter (ein Splitter, der Kopfhörer und Mikrofon trennt) benötigt. Dem entsprechend konnte ich es noch nicht testen. Zudem bezweifle ich, dass es einen guten Empfang und eine ausreichende Qualität hat, da es sehr klein und instabil wirkt... nun gut, ich werde meine Erfahrungen damit nachträglich ergänzen. 

Nun kommen wir aber zum Wichtigsten! Der Sound der Kopfhörer ist spitzenklasse!! Ich muss gestehen, dass ich bisher nur sehr preiswerte Kopfhörer genutzt habe, daher ist mein Urteil vielleicht etwas übertrieben, aber ich bin von dem Sound begeistert! Sie geben den Bass sehr cool wieder und insgesamt ist der Klang sehr klar, ohne Rauschen, Kratzen oder ähnliches. Genau so eine Qualität wurde uns versprochen. Super! ☆⌒(ゝ。∂)

Kritikpunkte: Wenn man andere Reviews im Internet liest und auch die Kommentare der Kampagne weiter verfolgt, stellt man schnell fest, dass einige unzufriedene Stimmen bei den 20.000 Unterstützern der damaligen Kampagne laut werden. Es gibt Berichte, dass ihre Kopfhörer defekt sind, LEDs nicht leuchten, die Lautsprecher nicht funktionieren, Knöpfe teilweise falsch oder gar nicht belegt sind und noch diverse andere Dinge (zusammengefasst in einer Online-Petition, die dafür einsteht, dass wir Unterstützer ebenfalls einen Anspruch auf Erstattung defekter Geräte haben: Petition). Durch die vielen Produktionsfehler macht es den Eindruck als ob die Kopfhörer, nach den anfänglichen Startschwierigkeiten, jetzt völlig übereilt unbedingt noch vor Weihnachten fertiggestellt werden mussten. Dadurch scheint die Qualitätskontrolle teilweise auf der Strecke geblieben zu sein.
Und, nur am Rande mit erwähnt ohne Jammern zu wollen, wurden nicht alle Versprechen der Kampagne eingehalten: wie beschrieben ist das vermeintliche Gamer Mikrofon ohne passenden Adapter nicht am PC nutzbar. Dieser wird aber von Werk her nicht mit geliefert. Der Sound der Lautsprecher ist nicht so überzeugend wie angekündigt und wir Unterstützer haben die Kopfhörer nicht preiswerter bekommen als sie jetzt im Brookstone Store verfügbar sind - ganz im Gegenteil.

Fazit: 

Die Axentwear Cat Ear Headphones sind einzigartig designte Kopfhörer mit sehr gutem Sound und ein paar netten Extras (LED Licht, Lautsprecher, Mikrofon). Nur der Kundenservice von Brookstone und Axentwear lässt etwas zu Wünschen übrig.


Kopfhörer Audio:
  • 20Hz-20KHz frequency response
  • 32 Ohm impedance
  • 40mm drivers
Cat Ear Lautsprecher Audio:
  • 200Hz-18KHz frequency response
  • 4 Ohm impedance
  • 32mm drivers
Lieferumfang:
  • Cat Ear Kopfhörer
  • Abnehmbares Gamer Mikrofon
  • 120 cm abnehmbares Kopfhörerkabel (3.5mm)
  • USB Ladekabel
  • Schutzkoffer

In diesem Sinne~~
☆ Melon Pan ☆

Sonntag, 29. November 2015

Handmade: Ghibli Adventskalender


“Is someone different at age 18 or 60? I believe one stays the same.” ― Hayao Miyazaki


Zu alt für einen Adventskalender? NIEMALS! Wer kann schon "nein" sagen zu Schoki oder kleinen Überraschungen? Also orientieren wir uns an Miyazakis Worten und kreieren einen eigenen Adventskalender rund um das zeitlose Thema Ghibli. Den könnt ihr schnell noch zusammenhauen, bevor es Dienstag losgeht. Ein gutes Last-Minute-Geschenk für liebe Menschen :-)

Da die Zeit im zunehmenden Alter stetig Weiterbildungen bei Road Runner absolviert, ist wohl vielen klar: "Joah basteln mag ich, aber das ist doch so zeitaufwändig...". Nicht mit dieser Anleitung! Wir nehmen als Ausgangsstoffe nämlich existierende Kalender und modifizieren sie. Wer natürlich mehr Zeit hat und eigene Ideen im Kopf, kann sich gern, bewaffnet mit Säge sowie Hammer, in den Bastel-Kampf werfen.

Was brauchen wir?



  • einen Adventskalender aus Holz (wer nicht hat, dann wahlweise: Holzschild, Bänder, Klammern, Heißklebe, kleine Holzplättchen)
  • Acrylfarbe + -lack
  • 24 Tüten
  • 24 Nummern (auch ganz leicht per PC auszudrucken)
  • Inhalt für 24 Adventstürchen
  • viel Ausdauer


Zeitaufwand:

  • ca. 5-10 Stunden (je nach Detail-Liebe)


Here we go! 

Vorher: Oster-Design, ja...aber Weihnachtsstimmung?

1. Schritt: 
Schauen wir uns doch erst einmal das Ausgangsmaterial an. Bei gekauften Kalendern aus Holz ist meist eine Lackschicht aufgetragen, die mit Sandpapier abgetragen werden sollte. Hier bei diesem "wunderschönen" Exemplar war dies nicht der Fall (Weihnachskalender, DEPOT, Sales, ca. 5-6 Euro)






2. Schritt:
Nicht immer schön, aber ein Unikat :-)
Holt eure Acrylfarben heraus! Jetzt wird es bunt! Hässlich oder unkreativ gibt es hier nicht, denn selbstgemacht ist immer schön. Schaut euch Vorlagen im Internet an oder macht, wie hier eine Chibi-Variante der Person, die den Kalender bekommen soll. Ihr könnt neben dem "Hauptbrett" auch die einzelnen Türchen verzieren (Warnung: extreme Belastung der Nerven! O,O) Anschließend wahlweise lackieren und trocknen lassen.

Na, wer erkennt die unterschiedlichen Charaktere?


3. Schritt (nur für dieAlles-Bastler):
Die Holztürchen mit der Heizklebe am Band befestigen und dieses an das "Hauptbrett".









Was da wohl enthalten ist?

4. Schritt:
Tütchen befüllen, Nummern dranpatschen und an den Kalender hängen. Et voila, wie der Franzose sagt, ihr habt einen Menschen glücklich gemacht. Darauf kommt es ja an!